2.Teil – Der Umzug und das Leben bei den Cronjes (siehe 1.Teil bevor du hier liest!)

Am 28. Oktober war es dann soweit. Mein Umzug zu den Cronjes sollte am diesem Sonntag nun stattfinden.

Die Cronjes sind die Nachbarn von den Stainers. Ihre Gärten sind mit einem Durchgangstor verbunden. Es bedeutete für mich, dass ich meine Sachen ca. 50 Meter umlagern musste. Aber mir war klar, dass es mehr als nur die kurze Distanz sein würde.
Die einzelnen Grundstücke sind durch große Sicherheitsmauern voneinander getrennt. Das Nachbarschaftsleben ist vollkommen anders als in Deutschland. Man sieht sich selten, nur wenn man sich mal verabredet, wie an diesem Sonntag, wo wir alle gemeinsam bei den Cronjes zum großen Lunch eingeladen waren.
Die Cronjes sind die Schwiegereltern von meiner amerikanischen Chefin Carolyn Cronje, die mit Frans Cronje (Sohn) verheiratet ist.
An diesem Sonntag versammelten wir uns also alle (Stainers, Cronjes, ich, und Carolyn) zum gemeinsamen Lunch. Irgendwie fühlte ich mich nicht wirklich entspannt und dieses Beisammensein meiner alten und neuen Familie war irgendwie komisch. Es herrschte eine komische Stimmung. Das war mein persönliches Gefühl. Natürlich wurde gesmalltalkt, blablub hier und da…das Essen war gut, aber ich wollte jetzt eigentlich mehr meine Ruhe haben, meine Sachen holen und mich in meinem neuen Zimmer einrichten.
Irgendwann kam dann der Zeitpunkt, dass sich die Stainers verabschiedeten. Christine (neue Gastmutter) zeigte mir das ganze Haus, mein neues Zimmer und führte mich in das Familienleben (Gewohnheiten, Regeln, etc) ein. Willem (neuer Gastvater) zeigte mir auch direkt was ich zu tun habe, wenn es zu einem Einbruch kommen sollte. Die Cronjes haben keine all-around Alarmanlage mit Bewegungssensoren, wie die Stainers. In diesem Haus gibt es so genannte ‚Panic’-Buttons, welche, wenn man sie betätigt, einen Notruf an die Sicherheitsfirma abgeben, und kurz danach stehen diese mit geladener Waffe vor deiner Tür. Gut zu wissen!
Kurz danach ging ich zurück zu meinem alten zu Hause, packte meine Sachen, lud alles in mein Auto ein, um damit dann aus einen Sicherheitsgate raus und in das nächste wieder rein zu fahren. Damit habe ich mir das Schleppen erspart. Kaum zu glauben wie viele Sachen sich bereits angesammelt haben. Ich habe keine Ahnung wie ich das alles wieder nach Deutschland bekommen soll (20kg, haha….niemals!)
Ich ziehe vorerst in das Zimmer von Jan (neuer Gastbruder), der seine Zeit momentan im Goethe-Institut in Göttingen verbringt. Er wird Mitte Dezember zurückkehren. Das Zimmer ist etwas kleiner und innerhalb des Hauses. Ich war schon sehr verwöhnt mit meinem eigenen kleinen Häuslein bei den Stainers. Ich musste mich wieder umgewöhnen, da ich hier nicht mehr so viel Freiraum und Rückzugsmöglichkeiten habe.
Jede Familie ist anders, hat ihre eigene Art und Weise. Man merkt es in bestimmten Kleinigkeiten und Details. Die Cronjes essen später, und vor dem essen wird gebetet, worauf ich am ersten Abend nicht geachtet habe, da ich so an das Leben bei den Stainers gewöhnt war. Na ja, jedenfalls habe ich jetzt ein Telefon, Internetanschluss und CD-Player in meinem Zimmer, was ein Vorteil ist.
Das Haus ist auch relativ groß, sie haben einen großen Garten, einen Pool und einen eigenen Tennisplatz. Hört sich jetzt so an als wären sie reich, aber solche Dinge sind hier halt möglich, auch wenn man nicht im Geld schwimmt.
Willem ist Steuerberater. Die Cronjes werden aber bald in Rente gehen. Sie versuchen momentan ihr Haus zu verkaufen. Alle paar Tage kommt eine Maklerin und führt Interessenten durch das Haus. Die Cronjes werden bald auf ihre Farm weiter im Süden des Landes ziehen. Sie sind gerade dabei das dortige Farmhaus zu renovieren.
Ich werde bis Januar hier leben können, danach heißt es wieder umziehen. Mal schauen wo es mich dann hinführt. Über Weihnachten kann ich mit ihnen dann glücklicherweise mit nach Kapstadt! Darüber freue ich mich sehr!
Die Cronjes sind Afrikaans, Christine versteht sehr gut Deutsch, und spricht es auch ein wenig. Obwohl Afrikaans sehr ähnlich dem Holländisch ist, verstehe ich praktisch nichts, wenn sie sprechen (außer lekker, kiff, kack, dankie!).
Aus zwei schwarzen Katzen sind jetzt zwei Hunde geworden. Aber ich komme mit allen Tieren (ausgenommen Insekten) ohne Probleme aus.
Mit uns lebt unser Gärtner Michael, über den ich euch bereits viele lustige Geschichten erzählen könnte (Number one!). Er ist zusammen mit dem Haus gekommen, als die Cronjes vor über 30 Jahren hier einzogen. Jeden Morgen kommt eine Maid, um sich um den Haushalt zu kümmern.
Die ersten Tage bei den Cronjes habe ich ein wenig Sehnsucht nach meinem wohlbekannten, entspannten Alltag bei den Stainers gehabt. Aber es ist ja auch ganz natürlich, dass man sich nicht vom einen auf den anderen Tag sofort umstellen kann. Außerdem hat man ja auch enge Beziehungen zu der Familie aufgebaut, von der man plötzlich kein Teil mehr ist. Mir war klar, dass ich ab dem Zeitpunkt wieder nur Besucher bei den Stainers sein würde, es ist ein anderes Gefühl. Es dauert immer ein wenig bis man sich in eine neue Familie und eine neue Umgebung eingelebt hat.
(In diesem Moment, wo ich diesen Text schreibe, kann ich sagen, dass ich mich wieder gut eingelebt habe und mich wohl fühle.)
Nach einer Woche bei den Cronjes, in der mir alles gezeigt wurde, und ich mich ein wenig an mein neues zu Hause gewöhnen konnte, fuhren Willem und Christine für zwei Wochen in den Urlaub.

Mehr Details über deren Reise und meine Zeit alleine in dem großen Haus in nächsten Teil meines Berichts.

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