Zurück im Alltag und Ernst des Lebens – Update Februar 2008 – Windsor East

Hi es ist wieder an der Zeit euch auf dem Laufenden zu halten bezüglich meines Lebens in Johannesburg. Ein weiter Monat ist vergangen, ich kann es nicht begreifen, wo die ganze Zeit immer hinfliegt. Da zwinkert man einmal mit den Augen und schon hat wieder ein neuer Monat begonnen!

– Auto –
Bezüglich meines Autos hat sich alles weit hinausgezögert. Es befindet sich immer noch in der Reparatur. Nach meiner Rückkehr aus Kapstadt habe ich verschiedene Werkstätten aufgesucht, um mir Preise für eine neue Tür einzuholen. Ich wurde dann erstmal ziemlich überrascht, als mir Reparaturkosten von 600€ angegeben wurden. Ich wusste, dass mich dieses Auto pleite macht…nein immer schön positiv denken, ich liebe meinen Golf, er ist sicher, bringt mich überall hin und macht mich glücklich! HAHA!
Dann wurde mir erklärt ich könnte die Kosten von meiner Versicherung übernehmen lassen, welche dann aber nach langen Prozedere mir erklärte, dass meine Selbstbeteiligung 530€ sei und die Reparatur doch weniger kosten würde, was im Widerspruch zu meinen Informationen stand. Zeit verging, die Versicherung setzte sich mit der Werkstatt auseinander, um den Preis zu drücken, sie meinten 300€ wären genug, letztendlich stand mein Auto 1 Woche in der Werkstatt ohne einmal berührt zu werden, und am Ende wollten sie dann 500€ haben, was immer noch zu viel für mich war.
Um zum Punkt zu kommen, ich entschied mich erst einmal einen Service an meinem Auto bei eine privaten Bastler durchzuführen, und dann über ihn auch billiger an eine neue Tür zu kommen. Mein Auto steht momentan noch bei ihm, ist jetzt wieder gut fahrtüchtig, und die Tür wird gerade repariert.
Seit Kapstadt habe ich also praktisch kein Auto. Das schränkt meine Bewegungsfreiheit ziemlich ein, aber da ich meistens zu Hause lerne, ist es kein großes Problem. Rachel half mir auch viel, da ich ihr Auto nutzen konnte, wenn es notwendig war!

– Arbeit –
Bezüglich meiner Arbeit bei IBM hat sich AUCH alles weit hinausgezögert, wenn man betrachtet, dass ich Mitte November meinen Arbeitsvertrag unterschrieben habe.
Nach meinem Urlaub wurde mir mitgeteilt, dass mein Brief von meinem College nicht akzeptiert wurde (zur Erinnerung, ich darf nicht studieren und arbeiten gleichzeitig) und nun waren auch meine Unterlagen abgelaufen. Das bedeutete ich brauchte einen neuen Brief vom College, der deutlich macht, dass ich das Studium abbreche (was nicht der Fall ist!) und ich brauchte einen neuen medizinischen Bericht, neue Röntgenaufnahmen meiner Lunge und ein neues polizeiliches Führungszeugnis aus Deutschland.
Das dauerte dann insgesamt auch wieder 2 Wochen, bis ich alle Unterlagen hatte, und kostete mich wahrscheinlich 100-150€! So ist manchmal das Leben!
Letztendlich habe ich letzte Woche dann alle Unterlagen eingereicht und mein Antrag auf eine Arbeitsgenehmigung wurde endlich offiziell eingereicht. Es dauert normalerweise 30 Tage, dann kann ich endlich beginnen mit meinem Job bei IBM!
Mein Starttermin ist entweder der 15. März oder 1. April. Ich werde versuchen das Gehalt so gut wie möglich zu sparen für mein Studium in England und so viel zu lernen wie mir möglich ist!

– Kindergeld –
Seit August 2007 erhalte ich kein Kindergeld mehr, obwohl ich offiziell in Südafrika studiere. Normalerweise reicht es, wenn man eine Bescheinigung über das Studium einreicht, was ich bereits im Juli 2007 tat, aber diesmal war es der Familienkasse wohl nicht genug, und Monate nachdem ich den Nachweis eingereicht hatte, und keine Zahlungen kamen, wurde ich dann informiert, dass weitere Informationen vorgelegt werden müssten, und keine Entscheidung getroffen werden konnte.
Zu dem Zeitpunkt war ich bereits lange wieder in Südafrika, hatte mit meinem Studium begonnen, und war vollkommen angewiesen auf die Zahlungen des Kindergeldes, um meinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Wenn ich mir überlege, dass sie nur ein paar Dokumente anschauen müssen und dafür Wochen brauchen, und dann vollkommen unklare Anweisungen geben, und kein persönlicher Kontakt mit irgendeinem Sachbearbeiter in der Familienkasse möglich ist, dann werd ich wirklich sauer.
Nachdem wir die weiteren Informationen nachgereicht hatten, dauerte es weitere Wochen, Monate bis endlich eine Antwort kam, jetzt ist es bereits das Jahr 2008, und weiterhin werden keine Zahlungen ausgeführt, und keine Entscheidung wurde getroffen.
Ich habe weitere Briefe von meinem College nach Deutschland geschickt, und wir haben einen Anwalt eingeschaltet, und warten, warten und warten auf eine Reaktion/Entscheidung…was für ein Saftladen, das kann man doch gar nicht glauben.
Gott sei Dank kann meine Mutter mir das Geld vorstrecken, und wir sind nicht vollkommen angewiesen auf das Kindergeld, aber man muss sich einmal vorstellen, dies wäre nicht der Fall und ich würde hier in Südafrika sitzen und der Geldhahn wird mir plötzlich zugedreht, dann sieht es gar nicht gut aus!
Eine Schweinerei ist das! Ich studiere, und es steht mir zu, aber das Amt scheint damit überfordert, dass man heutzutage nicht unbedingt nur in Deutschland studieren kann….

– Studium –
Mir wurde nach meinem Urlaub in Kapstadt (ich hatte vorher Zweifel, ob ich es mir überhaupt erlauben könnte Urlaub zu machen) immer deutlicher, dass mir die Zeit bezüglich meines Studiums langsam aber sicher davonläuft, und ich bisher nicht wirklich konsequent, praktisch gar nicht mich mit dem Material auseinandergesetzt hatte. Als ich dann die Deadline vom 2. Juni 2008 sah, bis dahin ich alle Tests absolviert und beim College eingereicht haben muss, wurde mir plötzlich deutlich, dass ich etwas an meinem Lebensstil ändern musste. Ich habe die letzten Wochen und Monate so vor mich her gelebt, ohne mir große Sorgen und Gedanken über die letztendlich Konsequenzen zu machen. Es ist an der Zeit sich auf das Wesentliche und Wichtige zu konzentrieren, damit ich dieses Jahr in Südafrika erfolgreich absolvieren kann.
Ich habe am 16. Februar dann einen weiteren Studienkurs begonnen in Sales & Marketing Management auch am Damelin College, aber diesmal Face-to-Face Unterricht Teilzeit jeden Samstagvormittag. Ich hatte am letzten Samstag meinen ersten Unterricht und habe gemerkt, dass direkter Unterricht, mit anderen Studenten und einem Tutor für mich idealer ist, um erfolgreich zu lernen.
Innerhalb des Fernstudium ist man vollkommen auf die eigene Disziplin angewiesen, und es besteht keinerlei äußerer Druck, es gibt kein Feedback und praktisch keine Begleitung während des Lernprozesses. Deshalb war ich auch wenig produktiv mit meinem Eventskurs bisher.
In der letzten Woche ist ein Ruck durch mich gegangen, und ich bin mir über den Ernst der Situation bewusst geworden. Ich hatte jetzt erst einmal genug vom lockeren, heiteren Leben, es ist an der Zeit den Fokus zu verschärfen und hart zu arbeiten.
Wenn ich zwei Kurse erfolgreich absolvieren will und bald dazu Vollzeit arbeite, dann wird es nur funktionieren, wenn ich mein Bestes gebe, und auf andere Dinge verzichten kann…und ich weis ich bin in der Lage dazu und ich habe die Motivation erfolgreich zu sein, deshalb werde ich es schaffen, und ab jetzt alles dafür geben, denn zum Schluss kommt das Beste zurück zu mir und ich kann die Früchte meiner Arbeit genießen!

– Wohnung –
Wir wohnen jetzt seit 3 ½ (1 Monat Urlaub Kapstadt) in unserer WG in Windsor East.
Ich persönlich liebe das Leben in unserer Wohnung, und für die Mietkosten die wir hier zahlen, ist die Wohn- und Lebensqualität echt klasse hier. Je länger ich hier wohne, desto mehr fühle ich mich hier zu Hause und wohl. Die Wohnung ist jetzt schön eingerichtet, und wir haben unsere Lebensstile aufeinander eingestellt.
Natürlich gibt es innerhalb einer WG immer kleinere Konfliktpotentiale, die bei uns, da wir alle gut miteinander auskommen, gering sind, aber doch zu Zeiten, gewisse Irritationen auslösen.
Isabel hat ihre Einstellung gegenüber dem WG Leben seit ihrer Rückkehr aus Deutschland radikal geändert, und wir trennen jetzt alles ganz konsequent, jeder kauft seine eigenen Lebensmittel, etc. Das ist für mich persönlich in Ordnung, was mir nur auffällt ist, dass sich unsere Freundschaften in einer gewissen Wiese verändert haben, seitdem wir zusammen leben. Wir verbringen praktisch keine Zeit mehr miteinander außerhalb der Wohnung, da wir uns jeden Tag sehen, und haben uns ein wenig gegenseitig distanziert. Diese Entwicklung gefällt mir nicht.
Es kann gut sein, dass Janosch bald die WG verlässt, und mit zwei weiteren AFS Freiwilligen zusammenzieht. Ich hoffe persönlich, dass Isabel, ihr Freund und ich die Wohnung beibehalten werden, aber ich bekomme das Gefühl, dass auch Isabel ausziehen möchte und eine eigene Wohnung sucht.
Es wird sich so um den April herum zeigen, ob ich wieder umziehen muss, was ich sehr schade fände oder ob unsere WG weiter bestehen bleiben kann.

– Beziehung –
Ich bin jetzt seit 1 ½ Monaten mit Rachel in einer Beziehung und wir sind sehr glücklich zusammen. Ich kann in Worten kaum beschreiben wie schön und perfekt es sich anfühlt mit ihr zusammen zu sein. Es fühlt sich an als wären wir das ideale Paar und wir haben unseren Seelenpartner gefunden. Obwohl unsere Beziehung eigentlich noch sehr frisch ist, fühlt es sich an, als würden wir uns seit Jahren kennen, und zusammen können wir uns fallen lassen und vollkommen entspannen, uns selbst sein, und jeden Moment zusammen genießen.
Rachel ist eine wunderbare, wunderschöne Frau, und ich bin überglücklich sie in meinem Leben zu haben.

– Valentinstag –
Am 14. Februar war Valentinstag. In Südafrika wird daraus ein riesiger Hype gemacht.
Rachel meinte zu mir, sie hätte noch nie Valentinstag zelebriert, und deshalb entschlossen wir uns gemeinsam einen schönen Abend zu verbringen und uns gegenseitig Geschenke zu machen. Ich entschied mich ganz traditionell, romantisch ihr einen Strauß mit 12 wunderschönen roten Rosen zusammen mit Schokolade und einem schönen roten Wein zu schenken.
Am Abend gingen wir dann gemeinsam Essen, in einem meiner Lieblingsrestaurants in Johannesburg mit dem Namen ‚Tsunami’ in der Mall von Rosebank.
Wir hatten ein wunderschönes Abendessen, und im Anschluss gingen wir dann noch für Drinks und ein wenig Tanzen nach Melville, ein Viertel in Johannesburg mit vielen Clubs und Bars. Was für ein schönes Erlebnis zusammen mit meinem Valentine Rachel, die ich so sehr liebe!!!!

– HP Bandcontest –
Anfang Februar fand im Melrose Arch, einem Nobelviertel in Johannesburg, im Nightclub ‚The Venue’ eine geniale Veranstaltung statt.
HP sponserte einen Bandcontest lokaler Rockgruppen in 4 verschiedenen Ländern, und die Endrunde fand dann parallel in Istanbul, Athen, Dubai und Johannesburg statt.
Ich hatte über das Event durch die Musikgruppe CHASING FRIDAY (www.chasingfriday.com) gehört, die sich leider nicht für die Endausscheidung qualifizierten.
Es gab offiziell keine Tickets, und ich bekam aber durch glück 4 Plätze auf der Gästeliste, so dass wir dann an einem Donnerstagabend im Melrose Arch anspazierten, und umsonst eingelassen wurden. Das ganze Event war umsonst, vom Eintritt, über Essen und Getränke…ein Paradies auf Erden…kaum zu glauben, hatte ich noch nicht in Johannesburg erlebt, und alles war vom feinsten!!!!
Als wir ankamen, spielten auf der Bühne ‚GOLDFISH’ zwei lokale Musiker aus Kapstadt, die geniale House Musik spielen, live auf der Bühne mit Saxophon und elektrischem Kontrabass.
Dann begann der Bandcontest und alle Finalisten traten live auf, alles wurde auf Kameras mitgeschnitten. Danach wurde dann live aus allen vier Ländern (Türkei, Griechenland, Dubai und Südafrika) gesendet. Im Anschluss darauf spielten die Parlitons, bekannte Rockband in Südafrika und zum Schluss legte der Gott des House ‚RODGER GOODE’ the doctor himself live auf der Bühne auf!!!!
Was für ein Hammer-Event!!! Werde ich nicht vergessen, weil ich so was überhaupt nicht erwartet hatte, als ich mich auf den Weg gemacht hatte! Und nicht einen Cent bezahlen musste! HAHA!

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