TEIL 1 – Rückblick auf die letzten 8 Monate in Südafrika – April bis November 2008 – Percilia Estate, Johannesburg

Es ist nun November und das Jahr 2008 bewegt sich bereits wieder dem Ende zu. Meine letzte Woche in Südafrika beginnt, und ich kann es kaum fassen wie schnell das Jahr 2008 doch vergangen ist. Und es scheint nicht nur mein persönlicher Eindruck zu sein, sondern viele Menschen um mich herum geben mir das gleiche Feedback.

Seit Anfang April war ich so beschäftigt, dass ich gar nicht mehr dazu gekommen bin meine monatlichen Berichte zu schreiben, um euch an meinen Erlebnissen auf dem schwarzen Kontinent teilhaben zu lassen. Mit meinem Studium und meiner Vollzeitstelle bei IBM war ich so sehr ausgelastet, dass kaum Zeit für andere Dinge, wie Freunde und Freizeit übrig blieben.

Ich habe nun mein Studium abgeschlossen, und seit dem 3. November bei IBM gekündigt. Jetzt finde ich die Zeit mich noch einmal hinzusetzen und meine rückblickenden Worte über die vergangen fast 8 Monate einmal zusammenzufassen.

Zwei und ein halb Jahre In Südafrika kommen zu einem Ende. Eine sehr prägende Zeit meines Lebens, die mich unglaublich beeinflusst und geformt hat. Eine Zeit gefüllt mit wunderschönen und traurigen Erfahrungen und Erinnerungen, welche ich für immer in mir tragen werde.

– Auto –
In meinem letzten Bericht im März habe ich noch freudig davon geschrieben, dass ich endlich meinen Golf aus der Reparatur wiederbekommen habe. Dieses Glück hielt nicht viel länger an. Einige Wochen später kam es zu dem Ereignis, wovon ich von Anfang an gewarnt wurden bin. Der Citigolf ist das meist gestohlene Auto in Südafrika.
Anfang Juni wurde mein Citigolf vor dem Haus von Rachel in Auckland Park in Johannesburg gestohlen! – Es war ein normaler Arbeitstag in der Mitte der Woche. Ich entschied mich nach dem Feierabend noch bei Rachel vorbeizufahren, da ich sie seit ich arbeitete, meist nur am Wochenende sehen konnte. Es sollte eine Überraschung sein, und ich wollte nur kurz hallo sagen und ein klein wenig Zeit mit ihr verbringen, da ich noch viel zu lernen hatte am Abend. Ich hielt kurz in meiner Wohnung an, um mich umzuziehen und meine Arbeitsdokumente und Laptop abzustellen (es sollte eine sehr gute Entscheidung gewesen sein!). Ich kaufte noch schnell Rachels Lieblings-Schokolade und fuhr zu ihrem Haus. Ich hatte immer das Gefühl, dass Rachel in einer sehr sicheren, einer sehr ruhigen und schönen Gegend lebte. Das sollte genau das Problem werden. Ich machte mir wenig Sorgen mehr, da zu dem Zeitpunkt mir für lange Zeit nichts mehr passiert war, und ich geriet wieder in eine Situation, dass ich zu bequem wurde, und nicht mehr auf alle Sicherheiten aufpasste, was mein Fehler sein sollte.
Da ich nur kurz in das Haus gehen wollte, entschied ich mich in der Strasse direkt vor dem Haus zu parken, 5 Meter entfernt von Rachels Zimmer, aber außerhalb der Sicherheitsbarrikaden, anstatt das Tor zu öffnen und innerhalb zu parken. Trotzdem schaltete ich natürlich alle Sicherheitsvorkehrungen ein. Dazu zählten ein Gangschaltungsschloss, Anti-Hijack System, Alarmsystem, Autoverriegelung und Tracking-Device! Hört sich so an, als ob das niemand so schnell mal klauen kann. Aber falsch gedacht! In Südafrika gibt es professionelle Autodiebstahlbanden, die sich spezialisiert haben in dem Bereich.
Ich hielt mich für 15 Minuten in Rachels Zimmer auf (welches direkt neben dem geparkten Auto sich befand) und als ich mich verabschiedet hatte, und das Haus verlies, und nur eine leere Strasse sah,….war mir sofort klar,….so eine Scheiße, jetzt hat es mich erwischt!
Nicht ein Ton, kein Geräusch, kein Pips! Ein Auto verschwindet, als hätte es niemals dort gestanden. Und alles passierte genauso wie ich es einige Wochen vorher geträumt hatte, was mir dann erst richtig bewusst wurde. Ich hatte es einfach ignoriert und verdrängt!
Ich kontaktierte sofort den Tracking-Service, welche sofort die Suche nach dem gestohlenen Auto aufnahmen. Zum gleichen Zeitpunkt fuhr ich sofort zur nächstgelegenen Polizeistelle und meldete mein Auto als gestohlen. Um 1 Uhr morgens erhielt ich dann den Anruf, dass mein Auto im Süden von Johannesburg gefunden wurde. Die Diebe waren bereits verschwunden, und hatten alles was ausbaubar war mitgenommen, inklusive Soundsystem, Ersatzreifen, so ziemlich das gesamte Innere des Wagens. Außerdem hatten sie versucht den Tracker zu finden, und dabei einiges kaputtgemacht. Das Auto war leider nicht mehr fahrtüchtig, da die meisten elektronischen Teile gestohlen wurden, und beim Diebstahl wohl auch der Motor und das Getriebe schaden mitgenommen hatten. Mir wurde erklärt, dass die Autodiebe 2 Minuten brauchen um einen Citigolf zu klauen, sie trennen den Alarm unter dem Auto, öffnen die Tür, und Schleppen das Auto ab. Sobald es an einem sicheren Ort ist, brechen sie das Gangschaltungsschloss und suchen nach dem Tracker. Da das Auto nie gestartet wird, bleibt das anti-hijack System inaktiv. Sie setzen eine bestimmt Zeitspanne, um den Tracker zu finden, falls sie erfolglos sind, lassen sie das Auto zurück.
Der folgende Prozess mit dem Auto war relativ kompliziert und kostete mich viel Zeit und Kraft. Ich organisierte, dass meine Versicherung das Auto von der Polizei abholte, und inspizierte. Nach einem langen Prozess wurde entschieden, dass der Schaden zu groß sei, um das Auto zu reparieren, aber die Versicherung weigerte sich mich auszuzahlen. Um einen langen 5 monatigen Prozess zusammenzufassen – ich musste den Fall vor die südafrikanischen Behörden bringen, die letzten Endes vor kurzem im November die Entscheidung fällten, dass ich für den Wert des Autos ausgezahlt werden muss. Damit hat eine lange Geschichte ein Happy Ending für mich! Eine Erfahrung, die man niemanden wünscht, die mich aber stärker gemacht hat, um zukünftig mit ähnlichen Stresssituationen umzugehen. Aber es war eine deutliche Erinnerung für mich, dass dieser Ort nicht so paradiesisch ist, wie man doch immer wieder denkt. Es passieren viele schlimme Dinge in Johannesburg, und in diesem Fall war es nur ein Auto und niemandem wurde körperlich geschadet. Trotzdem brachte es mich dazu nachzudenken, und ich fühlte mich nicht mehr wirklich sicher.
Wie ich in der Vergangenheit bereits berichtet habe, ist ein Leben in Johannesburg ohne Auto praktisch unmöglich. Das öffentliche Verkehrsystem ist sehr unzuverlässig und unsicher. Da ich täglich zur Arbeit erscheinen musste, war es unumgänglich ein Auto zu haben. Den ersten Monat nach dem Diebstahl wurde mir noch ein Mietauto gestellt von der Versicherung, danach musste ich es dann selbst finanzieren. Ich fand ein gutes Angebot mit einem Autovermieter der mit IBM zusammenarbeitet, und miete seitdem bis heute. Ich freue mich auf die Zeit, wenn ich wieder in Europa bin und in London ohne Auto auskomme!

– Arbeit –
Am ersten April 2008 erhielt ich meine Arbeitserlaubnis und begann offiziell meinen Job bei IBM South Africa. Von nun an hieß es pünktlich von 8am bis 16pm meine Arbeit von Montag bis Freitag abzuleisten. Ich war zurückgekehrt in die Arbeitswelt, und mit der Unterzeichnung des Arbeitsvertrages, hatte ich auch das Gefühl eine gewisse Freiheit abzugeben. Aber es war mir bewusst, und es war mein Wunsch nach einer neuen Herausforderung, dem Drang nach neuen Lernerfahrungen und natürlich die Möglichkeit Geld zu verdienen für mein zukünftiges Studium. Ich entschied mich diesen Job anzutreten, mit dem klaren Ziel dort für die nächsten 6 Monate zu arbeiten, und einmal die Corporate-World kennen zu lernen. Mir war von Anfang an klar, dass mich dieser Job nicht erfüllen würde, da es eine Call-Centre Umgebung ist, und jede Kleinigkeit genau aufgezeichnet und kontrolliert wird, sowie der Fakt, dass ich ungern am Telefon spreche, und dies die Grundvorrausetzung ist, um jemandem auf der anderen Seite der Weltkugel mit einem Problem zu helfen. Jedoch war dies auch wieder ein Ansporn für mich, da ich mich gerne Situationen aussetze, welche Überwindung benötigen, mir aber auf lange Sicht sehr weiterhelfen.
Den ersten Monat im Job verbrachte ich damit ausgebildet zu werden, um die Tätigkeiten im technischen Kundendienst am deutschen Helpdesk der IBM durchführen zu können. Die Ausbildung war konzentriert auf die drei Bereiche – IT, Kundendienst und Qualitätsmanagement. Im Anschluss auf das erfolgreiche Training wurde ich dann eingeführt in meine Arbeit als technischer Agent für IBM Kunden und IBM interne Mitarbeiter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Unser Team bestand aus 15 Agenten, die ca. 30000 Deutsch-Sprechenden Kunden zur Hilfe standen, im Falle von technischen Problemen mit IBM Software und Hardwareprodukten.
Nach der ersten Lern- und Eingewöhnungszeit kam ich recht schnell sehr gut zu Recht mit der alltäglichen Arbeit. Ich empfand es die gesamte Zeit über als eine wunderbare Lernmöglichkeit und eine Erweiterung meiner Kenntnisse und Erfahrungen in der Arbeitswelt, speziell in solch einem globalen Unternehmen. Ich verbrachte letztendlich 7 Monate bei der IBM. Ich habe viele interessante neue Kontakte knüpfen können, einmal die Corporate-World von innen kennen gelernt und mir sicherlich viele neue Fähigkeiten angeeignet. Wenn es mein Wunsch gewesen wäre langfristig in Südafrika Karriere zu machen im IT-Bereich, wäre dies sehr gut möglich gewesen über den Einstieg bei IBM, jedoch ist zu diesem Zeitpunkt mein Studium die Priorität, welches mir dann auch die Türen öffnet weltweit beschäftigt zu sein. Ich möchte meine Zeit bei IBM nicht missen. Es war eine tolle Erfahrung und wird mir sicherlich in Zukunft sehr hilfreich sein. Durch den Job hatte ich die Möglichkeit zu sparen, um mir nun auch mein Studium in London zu ermöglichen.

– Studium –
Mit dem Beginn meiner Vollzeitstelle bei IBM, musste ich dann natürlich auch meinen Studienplan anpassen. Tagsüber war ich nun voll mit meinem Job beschäftigt, und musste es irgendwie in Einklang bringen, dass ich am Abend und Wochenende genug Zeit zusammenbringe, um erfolgreich meine Kurse in Sales and Marketing Management sowie in Event-Koordination zu absolvieren.
Am Wochenende besuchte ich Vorlesungen; während der Woche organisierten wir Treffen, um an Gruppenprojekten zu arbeiten; dazu kamen Hausarbeiten und konstantes voranschreiten im Lernstoff. Mit voranschreitender Zeit passte ich meinen Arbeits- und Lernplan immer besser an, und schaffte es in einen alltäglichen Rhythmus zu gelangen. Durch wöchentliche und tägliche Zielsetzungen, schaffte ich es meinen konstanten Fortschritt zu erkennen, der mich auf einen guten Weg brachte.
Zunächst einmal war mein Fokus auf meinen Kurs in Sales and Marketing Management, da dieser um April, Mai und Juni herum sehr fordernd wurde. Ich schaffte es letztendlich eine sehr gute Hausarbeit, sowie Gruppenpräsentation zu erstellen, und erreichte Anfang Juli mit dem Abschlussexamen ein unglaubliches Ergebnis von 98%. Dies bedeutete eine Gesamtkursnote von 95% und damit dem besten Ergebnis des Kurses. Dieses Ergebnis brachte mir auch Aufmerksamkeit bei IBM. Mein Manager gratulierte mir und wollte direkt eine Kopie meiner Ergebnisse für die Personalakte haben.
Durch meine Konzentration auf einen Kurs, war ich vom Zeitplan sehr ins Hintertreffen mit meinem Fernstudienkurs in Event-Koordination geraten. Dieser Kurs war ursprünglich für einen Zeitraum von 12 Monaten ausgelegt, und mir blieben Anfang Juli nur noch 3 ½ Monate bis zum Abschlussexamen. Darüber hinaus entschied ich mich dann lernhungrig dafür einen neuen Kurs an einem weiteren College namens ‚College Campus’ im Bereich Office Administration zu beginnen, welcher bis Mitte November laufen sollte.
Mit dem tollen Ergebnis in Sales & Marketing Management war ich auf einem Motivationshoch angelangt, und wollte wirklich das Beste aus meiner restlichen Zeit in Südafrika rausholen. Mit dieser Entscheidung war aber auch klar, dass ich von nun an keine freie Zeit mehr für viel Vergnügen und andere Dinge neben meiner Arbeit und Studium haben würde, und das ich wirklich 110% geben müsste, um alles erfolgreich hinzubekommen.
Mit dem neuen Kurs in Office Administration kam ich gut zurecht, jedoch hatte ich meine Schwierigkeiten mich durch den Stoff in Events durchzuarbeiten. Ich erreichte irgendwann den Punkt, wo ich darüber nachdachte den Kurs aufzugeben, jedoch setzte sich dort dann mal wieder mein unbegrenzter Wille durch niemals etwas aufzugeben, und zumindest immer das Beste zu geben, egal ob es am Ende nicht das ideale Ergebnis bringen sollte.
Von nun an verbrachte ich jeden Tag von Montag bis Freitag 14 Stunden im Büro. Arbeitete von 8am bis 16pm. Nach Feierabend holte ich meine Studienmaterialien raus und lernte bis manchmal Mitternacht, bis ich dann nur noch nach Hause kam, um ins Bett zu fallen und zu schlafen. So sah letztendlich mein tägliches Leben aus von Ende August bis Ende Oktober, als ich dann, was vor ein paar Monaten noch unvorstellbar war, perfekt vorbereitet in mein Events-Examen ging. Die Ergebnisse werden erst im Februar veröffentlicht werden. Auch mein Office Administration Kurs verlief sehr erfolgreich und ich erreichte eine Endnote von 89%.
Rückblickend kann ich sagen, dass ich sehr viel Zeit und Energie in meine Arbeit und mein Studium gesteckt habe, ich dadurch aber überdurchschnittlich gute Leistungen erzielen konnte, welche mir in meiner Zukunft sehr helfen werden. Mein Aufenthalt in Südafrika war eine sehr erfolgreiche und überaus fördernde Zeit für mich persönlich und im professionellen Sinne.

Parallel zu meiner Studienzeit in Südafrika habe ich mich entschieden mich für ein Vollzeitstudium zum Bachlor-Degree in Großbritannien zu bewerben. Ich konzentrierte mich auf die Zusammenstellung meiner Bewerbungsmappe und bewarb mich bei fünf Universitäten im Großraum London. Um den Oktober herum, bekam ich Rückmeldungen, dass ich von allen Universitäten einen Platz angeboten bekam. Ich entschied mich den Platz meiner Erstwahl zu akzeptieren. Ab Februar 2009 werde ich mein Studium im kombinierten Studiengang Marketing und Musik & Medien Management an der London Metropolitan University in London anfangen. Damit steht fest, dass ich Ende des Jahres ganz sicher nach Europa zurückkehren werden, um erst Mal für die nächsten 3 Jahre mein Studium zu absolvieren.

– Bafög/Studienkredit –
Während der letzten Monate habe ich mich auch darum gekümmert, meine Finanzierung des kommenden Vollzeitstudiums in London sicherzustellen. Wenn ihr mich vor 2-3 Jahren gefragt hättet, ob ich in London studieren möchte, hätte ich mit NATÜRLICH geantwortet, aber dazugefügt – DAS IST LEIDER NICHT FINANZIERBAR! Aber hier ist wieder das beste Beispiel, dass alles möglich ist, wenn man sich nur frühzeitig damit auseinandersetzt und sich zielstrebig mit viel Geduld und Ausdauer auf seine Wünsche konzentriert.
An jeder Universität in England werden jährliche Studiengebühren erhoben. Diese handeln sich momentan um den Betrag von £3,145 für ein akademisches Jahr.
Dazu kommen die Lebenshaltungskosten, welche in London wegen der hohen Mietpreise und dem teuren Pfund auch höher sind als in vielen anderen Städten Europas.
Ich habe mich frühzeitig um einen Studiengebühren-Kredit gekümmert, welcher die Kosten für das erste Studienjahr für mich übernimmt. In Großbritannien gibt es die Möglichkeit wegen der hohen Studiengebühren, einen Studienkredit von der Regierung aufzunehmen, welcher direkt an die Universität ausgezahlt wird. Dieser Kredit wird zinslos ausgegeben, und muss erst zurückgezahlt werden, sobald das Studium abgeschlossen wurde, und man ein Einkommen von höher als £15,000 im Jahr erzielt. Dann zahlt man monatlich einen bestimmten Prozentsatz zurück. Der Rückzahlungsbetrag ist gleich dem Leihbetrag.
Durch meine Arbeit bei IBM hatte ich die Möglichkeit für mein Studium anzusparen, was mich voraussichtlich in die Lage versetzt meine Studiengebühren für das zweite und dritte Studienjahr selbst zu bezahlen.
Durch die unglaubliche Unterstützung meiner Eltern und Familie, welche an mich und meine Ziele glauben, sowie die Hilfe durch Kindergeld und Auslandsbafög, schaffe ich es ein Budget zusammenzustellen, welches es mir ermöglicht in London zu leben und zu lernen. Ich werde natürlich bei sehr knapper Kasse leben, aber das gehört zum Studentenleben dazu.
Ich bin unglaublich dankbar, dass meine Familie es mir ermöglicht meine Träume auszuleben, und mein Leben nach meinen ganz eigenen Wünschen zu gestallten und zu wählen. Ich fühle mich sehr glücklich solch eine Freiheit zu haben, und weis, dass ich all dies meinen Eltern zu verdanken habe, die es mir erlaubt haben in meinem Leben zu erreichen, was ich bisher erreicht habe. Ich bin zutiefst dankbar und schätze jede Kleinigkeit die mir das tägliche Leben schenkt. Ich bin mir bewusst, dass ich zu den wenigen Menschen gehöre, die in einem Land geboren sind, dessen Lebensverhältnisse uns viel ermöglichen und wir stark privilegiert sind mit dem was wir in unserem Leben an Möglichkeiten haben. Es kommt darauf an, ob wir dies erkennen und was wir damit in unserem Leben anfangen. Durch meine Zeit, die ich in anderen Ländern und Kulturen verbringen durfte, ist mir deutlich geworden, dass ich unglaublich glücklich sein muss mit dem was mir mein Leben bisher eröffnet hat, da nicht viele solche wunderbaren Möglichkeiten haben. Dazu glaube ich, dass mit der Kraft des positiven Denkens alles möglich ist, was man sich wünscht und ersehnt.

– Kindergeld –
Bezüglich des Kindergeldes wurde um den April 2008 herum auch endlich eine Entscheidung getroffen. Der ausstehende Betrag sollte rückwirkend ausgezahlt werden. Es musste also erst wieder ein Anwalt eingeschaltet werden, bis etwas geschieht.
Als meine Mutter dann meine Studienbescheinigung für mein Studium in London an die Familienkasse schickte, wurde dieser doch tatsächlich ohne Nachfragen sofort akzeptiert, und die Zahlungen werden ohne Schwierigkeiten weitergeführt. Wow, das sind doch wirklich tolle Neuigkeiten.

– Wohnung/Umzug –
Wie in meinem letzten Bericht angedeutet zog ich Ende März aus unserer gemeinsamen WG mit Janosch, Isa und Mickey aus, um in eine neue WG in Illovo ganz in der Nähe meiner neuen Arbeitsstelle bei IBM einzuziehen. Ich organisierte einen Bukkie von einem Freund und wir transportierten mein Bett und anderen Besitztümer zu meiner neuen Wohnung. In meiner neuen WG teilte ich mir eine 3 Zimmer Wohnung mit großem Wohnzimmer, Esszimmer, Küche, zwei Badezimmern und Balkon mit zunächst drei und später zwei indischen Frauen. Ich hatte bereits im November 2007 Bekanntschaft mit den Mitbewohnerinnen gemacht, und so hatte sich eine Freundschaft entwickelt, die sich nun zu einer Wohngemeinschaft entwickelte. Die Wohnung hatte wirklich eine ideale Lage und war sehr groß und einfach schön. Jeder in der Wohnung arbeitete tagsüber, nur ich war der einzige der nach Feierabend dann noch ran musste um zu lernen. Damit verbrachte ich auch die meiste Zeit des Abends nach der Arbeit.
Ende Juni entschied ich mich wiederum umzuziehen, da es zu gewissen Unstimmigkeiten mit der Hauptmieterin kam, welche plötzlich mehr Miete haben wollte. Weitere Gründe für meinen weiteren Umzug waren, dass ich mich immer mehr als ein Gast in der Wohnung fühlte, als das es mein zu Hause war. Außerdem war es langfristig einfach sehr anstrengend mit den Mädels zusammen zu leben. Da es einfach fast täglich irgendein Drama gab, und sie mich immer versuchten in das Geschehen zu involvieren.
Es sollte sich herausstellen, dass die Entscheidung nochmals umzuziehen, Anfang Juli, die richtige war. Ich hatte das große Glück eine 1-Zimmerwohnung auf dem Grundstück der Familie Stead zu finden. Die Miete war der gleiche Preis wie in der vorigen Wohnung für ein vollmöbelisiertes Zimmer mit eigenem Badezimmer, Kabelfernseher, geteilte Küche, Zugang zum Garten und Pool, sowie einer Maid 5 Tage die Woche, welche sauber machte, meine Wäsche wusch und bügelte. Was für ein Luxus, aber Normalität in Südafrika.
Die Vermieter waren herzensgute Menschen, die mir immer mit helfender Hand zur Seite standen bei jederlei Fragen, und mich immer wieder zum gemeinsamen Abendessen einluden. Ich fühlte mich sehr wohl in der neuen Wohnung, welche sich in einem kleinen Stadtteil, namens Percilia Estate, im Osten von Johannesburg befand.

DA DIESER BERICHT SEHR LANG IST, UND ICH VERSUCHE DIE LETZTEN 7 MONATE IN SÜDAFRIKA ZUSAMMENZUFASSEN, ENDET HIER DER 1TE TEIL!

TEIL 2 FOLGT IN KÜRZE! ICH HOFFE ES HAT EUCH BISHER GEFALLEN! WÜRDE MICH ÜBER RÜCKMELDUNGEN FREUEN!

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